Höllenleben 2
Im folgenden stellen wir eine Sammlung mit Artikeln bereit, welche sich auf die TV-Dokumentation “Höllenleben 2 – Der Kampf der Opfer” von Liz Wieskerstrauch beziehen. Da der Film nicht von uns produziert wurde, können Sie diesen leider auch nicht direkt bei uns bestellen. Mitschnitte für Privatpersonen und privaten Gebrauch kann der NDR abgeben:
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Die Folgen rituellen Missbrauchs. Doku: Höllenleben-Der Kampf der Opfer
Höllenleben – Der Kampf der Opfer
HORN-BAD MEINBERG: Mord ohne Leiche
Im Reich des Bösen
Kindesmord bei “schwarzer Messe”? Sexual-Satanismus
Leserbrief
Opfer rituellen Missbrauchs brechen ihr Schweigen
Ritueller Babymord vor 20 Jahren-Staatsanwaltschaft findet keine Beweise
Ritueller Missbrauch in Deutschland
Satanismus in OWL-Die Akten bleiben offen
Satans Opfer packen aus
Satans-Ermittlung fortgeführt. ARD-Bericht über Betroffene löst weitere Reaktionen aus
Satanskult: “Ich habe mein Baby getötet” Ein Geständnis, das ganz Deutschland schockt
TV-Schock in der ARD: Für Satan! Ich habe mein Kind getötet.
Unvorstellbare Qual
Die Folgen rituellen Missbrauchs. Doku: Höllenleben-Der Kampf der Opfer
Quelle: Abendblatt
erschienen am 24. Jun 2003 in Kultur / Medien
Was Annette, Antje, Lucie oder Annegret in ihrer Kindheit erlebt haben, ist jenseits jeder Vorstellung. Die Frauen im Film “Höllenleben – Der Kampf der Opfer” von Liz Wieskerstrauch erzählen von schwarzen Messen, Folter und Kindstötungen. Sie alle kämpfen mit Erinnerungen, zeigen physische und psychische Narben, die ihr Missbrauch als Kinder in satanistischen Zirkeln hinterlassen hat. Die Betroffenen meldeten sich bei der Autorin nach der Ausstrahlung ihrer ersten Dokumentation “Höllenleben” (2001), in der die an multipler Persönlichkeit leidende Nicki von ihren Erfahrungen berichtete. Sie untermauern im neuen Film Nickis Schilderungen und ergänzen sie. Die Aussagen bestätigen die Existenz einer gut organisierten Satanistenszene in Deutschland.
Höllenleben – Der Kampf der Opfer
Ritueller Missbrauch in Deutschland. Die zweite Doku zum Thema zeigt weitere Opfer – und wie Behörden gegen perverse Sekten vorgehen.
Nach Erstausstrahlung der Doku “Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche” über die traumatisierte Nicki meldeten sich Frauen mit ähnlichem Schicksal. Auch sie wurden als Kinder bei schwarzen Messen missbraucht und gefoltert, oft von den eigenen Eltern erzwungen. Bei vielen spaltete sich die Persönlichkeit, um die erlittenen Qualen zu ertragen. Dies aber trübt die Glaubwürdigkeit vor Gericht erschwert die Ermittlungsarbeit der Polizei. Mit deren aktuellem Stand endet dieser beklemmende Film.
Sandra und Antje sind beide in satanistischen Zirkeln aufgewachsen. Sie sind als Kinder missbraucht und gefoltert worden. Die Geschwister erzählen von schwarzen Messen in einer Kirche, Ritualen auf dem Friedhof, Folter und Kindestötungen. Seit mehr als zehn Jahren hatten sie keinen Kontakt zueinander. Jetzt haben beide unabhängig voneinander den Mut gefunden, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten und – gegen ihre eigenen Eltern. Und ihre Aussagen sind identisch.
Den Entschluss dazu haben sie nach der Ausstrahlung des Films “Höllenleben”, gefasst, der im Dezember 2001 im Ersten ausgestrahlt wurde. Ein Film, der erzählte, wie Nicki, eine durch rituellen Missbrauch schwer traumatisierte Frau, sich auf die Spurensuche nach Tätern und Tatorten gemacht hat. Dieser Film zeigt, wie es weiterging mit Nicki, stellt einen erneuten Versuch dar, sich dem Thema “ritueller Missbrauch in Deutschland” zu nähern.
Etliche Frauen, die sich gemeldet haben, bestätigen Nickis Geschichte. Z. B. Karin, die wie Nicki Opfertötungen miterlebte, oder Katharina, die Nicki im Film wieder erkannte und darüber hinaus noch Nickis Erinnerung an einen Täternamen bestätigt. Auch sie hat Anzeige erstattet. Fast alle Opfer werden früher oder später selbst zu Tätern gemacht. Sie werden gezwungen, sich selbst schuldig zu machen, damit sie niemals aussagen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen hat Annette Selbstanzeige erstattet, sich bezichtigt, einen Menschen getötet zu haben. Sie ist, wie Karin, wie Sandra, nicht multipel, also nicht, wie viele andere Opfer, als Folge der erlittenen Qualen in mehrere Identitäten gespalten. Das erhöht zum einen die Glaubwürdigkeit aller und zum anderen die Chancen für tatsächliche Ermittlungen. Wie in diesen Fällen ermittelt wird und warum in anderen Fällen die Opfer zwar keine Anzeige erstatten, aber anonym aussagen wollen, davon erzählt diese weitere Filmdokumentation.
Autorin Liz Wieskerstrauch hat für ihren ersten Film zum Thema “Die Seele brennt – Annäherung an eine multiple Persönlichkeit” (HR und WDR 2001) den Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes erhalten und wurde für ihren zweiten Film zum Thema “Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche” für den Adolf Grimme-Preis nominiert.
HORN-BAD MEINBERG: Mord ohne Leiche
Quelle: LZ-Online
Von Thomas Reineke
30.08.2003: 44-Jährige behauptet, 1973 eine Schülerin getötet zu haben.
Horn-Bad Meinberg/Hamburg. Britta X. (Name geändert) hat ihren Dämon besiegt, hat ihr Gewissen nach Jahrzehnten erleichtert. Über ihren Anwalt zeigte sich die 44-Jährige selbst bei der Hamburger Staatsanwaltschaft an. Britta X. will im Frühsommer 1973 als 14-Jährige eine englische Austauschschülerin umgebracht haben. Der Tatort: ein Haus nahe den Externsteinen in Horn-Bad Meinberg. Der Hintergrund: Satanismus.
Seit anderthalb Jahren gehen die Strafbehörden in OWL den Hinweisen von satanistischen Verbrechen vor allem in den Räumen Gütersloh und Paderborn nach. Im vorliegenden Fall beschuldigt Britta X. ihre Eltern. Sie und weitere Mitglieder einer satanischen Gruppe hätten sie zu dem Ritualmord gezwungen. Die Leiche sei weggeschafft worden, sagte Britta X. aus. „Wohin? Das weiß meine Mandantin nicht“, so ihr Hamburger Anwalt Rudolf von Bracken. Während ihr Vater vor einigen Wochen verstorben ist, lebt die Mutter von Britta X. heute im Großraum Göttingen – ohne jeglichen Kontakt zu ihrer Tochter, die sie so schwer beschuldigt, und ohne bisher von der Kripo behelligt worden zu sein. Denn: „Wir haben zwar ein umfangreiches Vorermittlungsverfahren eingeleitet und eine Vernehmungsakte von über 50 Seiten, aber bis heute kein Opfer“, sagt Rüdiger Bagger (59), Oberstaatsanwalt in Hamburg.
Oder anders formuliert: So lange keine Leiche oder zumindest Vermisste auftaucht, hat die Staatsanwaltschaft starke Zweifel an der Aussage von Britta X. „Bisher haben wir keine Anhaltspunkte, dass wirklich Menschen gestorben sind.“ Und in einem solchen Stadium konfrontiere die Staatsanwaltschaft niemanden mit einem derartigen Vorwurf, so Bagger. Seit Monaten laufe ein Rechtshilfeersuchen über Interpol in Großbritannien. Gesucht wird eine Schülerin, die 1973 in Deutschland war und seitdem als vermisst gilt – bisher ohne Erfolg.
Eine auch für erfahrene Anwälte beklemmende Situation.
Aber Britta X. ist sich ihrer Sache sicher. Detailliert hat sie ihre 30 Jahre alten Erinnerungen in einer Vernehmung ausgebreitet. „Eine auch für erfahrene Anwälte beklemmende Situation“, erinnert sich von Bracken. 1973 lebte das Ehepaar X. mit ihrer Tochter und ihren beiden Söhnen (der Ältere beging 1999 Selbstmord) in einem Bielefelder Ortsteil. Britta X. wie auch die gleichaltrige Austauschschülerin gingen auf ein nahes Gymnasium. Der Gast aus England wohnte während des Besuchs nach der Erinnerung der Tochter in einem Wohnwagen auf dem Hausgrundstück. Was die Staatsanwaltschaft zusätzlich an der Aussage von X. zweifeln lässt, ist der zweite Ritualmord, den sie 1975 in Hildesheim – die Familie war inzwischen umgezogen – auf Weisung der satanischen Gruppe begangen haben will. Das angebliche Opfer, ein Küster, starb nach Recherchen der Hamburger Ermittler nicht in diesem Jahr. Die Sterbe-Urkunde datiere auf den 25. Juli 1981 – ausgestellt von den Krankenanstalten Bielefeld-Bethel.
Für Anwalt von Bracken nicht unbedingt ein unumstößlicher Fakt: „Wenn solche Gruppen tatsächlich gewirkt haben, werden sie alles Erdenkliche tun, die Spuren ihres Handelns zu verwischen.“ Wie vielleicht auch bei dem ersten Opfer: Normalerweise werden alle Namen und Termine von Austauschschülern von den jeweiligen Schulen archiviert. Die Akte aus dem betreffenden Gymnasium steht heute im Stadtarchiv Bielefeld. Nur: „Für den fraglichen Zeitraum in 1973 fehlen die entsprechenden Seiten. Sie sind nicht mehr da“, so von Bracken, der selbst recherchierte.
Wie der Fall auch ausgeht: Seine Mandantin habe zumindest ihr Gewissen erleichtert, die schrecklichen Bilder in ihrem Kopf bekämpft. „Sie ist psychisch stabil und wird kompetent betreut“, so von Bracken. Ob die ledige und kinderlose Britta X. noch juristisch zur Verantwortung gezogen wird (ab 14 Jahren gilt das Jugendstrafrecht), hängt vom Ausgang des Ermittlungsverfahrens ab. Warum dieses nicht nach Detmold verlegt wurde, erklärt Oberstaatsanwalt Bagger mit dem heutigen Wohnort von Britta X. Und: „Wir überlegen, ob wir die Akte nicht bald den Kollegen in Ostwestfalen zur Verfügung stellen. Dort werden Vorgänge rund um die Externsteine gesammelt.“ Für die Staatsanwaltschaft Hamburg hieße das: Der Fall ist für sie erledigt.
Laut Staatsanwaltschaft Paderborn wurden bislang in der Region keine greifbaren Anhaltspunkte für rituelle Verbrechen gefunden. Die Ermittlungen gehen jedoch weiter.
Im Reich des Bösen
Aus der Zeitung: Bild-Woche vom 17. Juli 2003 – Nr. 30
Steffen Meyer
Gequälte Kinder, ermordete Babys – Grausamkeiten “im Namen des Teufels”. Ein erschütternder Report über Satanskult in Deutschland und warum die Justiz oft machtlos ist.
Es war ein Blick in die Hölle… In einer ARD – Dokumentation über Satanskult in Deutschland berichteten Opfer von unvorstellbaren Grausamkeiten “im Namen des Teufels”. Am schlimmsten: Es soll sogar Fälle von Kannibalismus und Menschenopfer gegeben haben. Die Horror – Offenbarung im TV. Antje B. ( heute 39 ) wurde im Alter von 13 Jahren (!) von einer Satans – Sekte gezwungen, ihrem neugeborenen Baby den Brustkorb aufzuschneiden. Die Frau sagte in der ARD: “Dann holte ich das Herz heraus. Es wurde auf einen Teller gelegt und jeder hat ein Stück davon gegessen – ich auch.” Es klingt unglaublich – ist das wirklich passiert? Bild Woche sprach mit Liz Wieskerstrauch ( 48 ) – sie hat die Satans – Doku für die ARD recherchiert. Die Reporterin: “Die Frauen in meinem Film sind als Menschen absolut glaubwürdig. Dort wo Aussagen überprüfbar waren, gab es keine Widersprüche.” Beispiel: Sandra R. ( 35 ), Antjes Schwester, bestätigt den Baby – Mord in grausamen Einzelheiten – sie war damals bei der Horror-Zeremonie dabei.
Das Reich des Bösen: Satans-Kult in Deutschland. Pastor Ingolf Christiansen ( 52 ) , Sekten-Experte in der evangelischen – lutherischen Landeskirche Hannover: “Es gibt etwa 40 okkulte Organisationen mit 1500 Mitgliedern. Satanismus ist vielfältig. Da sind die harmlosen Gruppen, die nicht töten. Sie arbeiten z.B. nur mit Pendeln oder Karten.” Wie beim Schul-Selbstmord in Coburg. Schüler Florian K. ( tot 16 ) soll eine Satans – Bibel zu Hause gehabt haben, feierte “schwarze Messen” auf dem Friedhof. Ein Freund: “Er hat viel über Tod nachgedacht.” Im Namen des Teufels.
Pastor Ingolf Christiansen : “Am schlimmsten sind die kriminellen Pseudo-Satanisten. Die töten und missbrauchen unter dem Deckmantel des Satans. Wir kennen Gruppen, die wirklich an den Teufel glauben und in seinem Namen Menschen umbringen.”
Wie können solche Grausamkeiten, wie in dem Bericht gezeigt, geschehen, ohne dass er jemand erfährt? Der Sekten – Experte:”Gerade die Montrosität der Verbrechen schützt die Täter, weil keiner den Opfern glaubt.” Und Opfer Antje B. sagt:”Wer aussteigen will, wird umgebracht. Ich weiß von einem jungen Mann, der im Moor versenkt wurde.” Nach dem schockierenden Bericht im Fernsehen – wie reagiert die Justiz? Nach der Reportage wurde eine Sonderkommission der Polizei in Paderborn gebildet. In der Nähe der westfälischen Stadt, auf der Wewelsburg, sollen Satans-Morde stattgefunden haben. Nicki H. ( 40 ) gestand in der ARD –Reportage:”Ich musste auf der Wewelsburg während einer Teufels-Messe ein Baby töten.” Staatsanwalt Ralf Vetter ( 44 ) zu Bild Woche: “Wir beginnen mit der Spurensuche an den Tatorten. Allerdings ist die Suche nach den Tätern sehr schwer. Die Aussagen der Opfer sind oft ungenau.” Glaubt er den Aussagen der Opfer? Der Staatsanwalt: “Ich halte die Behauptungen nicht für ausgeschlossen. Aber: Ob jemand die Wahrheit sagt oder etwas erzählt, was er für wahr hält, ist manchmal kaum zu unterscheiden.” Die Opfer leiden ein Leben lang.
Liz Wieskerstrauch: “Viele Opfer sind für immer gezeichnet,begehen Selbstmordversuche oder landen in einer Nervenklinik.”
Kindesmord bei “schwarzer Messe”? Sexual-Satanismus
Quelle: Nordwest-Zeitung vom 26.06.2003
Von Hans Drunkenmölle
Zwei Schwestern erstatten Anzeige-Ermittlungsbehörden tappen im Dunkeln.
Bei satanischen Ritualen soll es Mord, sexuellen Missbrauch und Leichenschändungen gegeben haben. Unklar ist, ob die Anzeigen einen realen Hintergrund haben.
Oldenburg-Ein mutmaßlicher Fall von Sexual-Satanismus beschäftigt Staatsanwaltschaft und Polizei in Oldenburg. Die Ermittlungsbehörden gehen Hinweisen von zwei Schwestern nach, die behaupten sie seien in ihrer Kindheit zur Teilnahme an “schwarzen Messen” an Gräbern gezwungen und vergewaltigt worden. Eine der Frauen hat ausgesagt, sie habe als Minderjährige ein Kind geboren und sei gezwungen worden, dieses Baby bei einem Ritual zu töten; dabei habe ihre Schwester zuschauen müssen. Die Justiz ermittelt wegen Mordes; sie hat nach Angaben von Oberstaatsanwalt Gerhard Kayser bisher allerdings “noch keine objektiven Beweise” für den Wahrheitsgehalt der Angaben, die sich auf bis zu 20 Jahre zurückliegende Ereignisse beziehen sollen. Die Schwestern, die im Oldenburger Land wohnen, aber keinen Kontakt miteinander pflegen, haben unabhängig voneinander bereits vor rund eineinhalb Jahren Anzeigen erstattet. Sonderermittlungsgruppen von Staatsanwaltschaft und Polizei ist es seither “trotz enormen Personalaufwandes” nicht gelungen, Licht ins Dunkel des Falles zu bringen. Bei den Frauen handele es sich um “multiple Persönlichkeiten”, die teilweise auch in “Scheinwelten” lebten. Von beiden gebe es “sehr lange Aussagen – zum Teil übereinstimmend, zum Teil widersprüchlich”.
Übereinstimmend haben beide Frauen von dem angeblichen Kindesmord berichtet. Inhaltlich identisch sind Angaben über einen großen Teilnehmerkreis bei “schwarzen Messen”, bei denen beide auf nackter Haut mit Blut beschmiert worden seien. Auch von “Leichenschändungen” ist die Rede. Die mutmaßlichen Opfer konnten jedoch weder eine genaue Zeit noch Namen von Beteiligten nennen. Unklar ist darüber hinaus, inwieweit die Eltern der Mädchen eine aktive Rolle gespielt haben; der Vater ist mittlerweile bestorben. Die Staatsanwaltschaft will nicht ausschließen, dass es sich um reale Geschehnisse gehandelt hat: “Wir müssen das Unmögliche denken und für wahrscheinlich halten”, womöglich eingestellt werden, das wird Ende Juli entschieden.
Leserbrief
Schon das abschließenden Fragezeichen in der Überschrift erregt meinen Widerspruch: “Ritueller Babymord?” Rituelle Gewalt an Kindern, dies ist keine Frage, es ist eine Tatsache, wie es in verschiedenen Fernsehbeiträgen und -reportagen auf ARD und im ZDF in den letzten Monaten veröffentlicht wurde… Der Ausspruch, “die Kindesmutter leide unter einer “multiplen Persönlichkeit” und sie “bewege sich in Scheinwelten”" ist lediglich Ausdruck von Hilflosigkeit, weil es eben hilflos macht, einer solchen grausamen Realität ins Auge zu schauen. Doch diese Realität erleben Überlebende ritueller Gewalt Tag für Tag – sie haben nahezu Unglaubliches erlebt, mussten sich wegen der massiven Gewalt in mehrere Persönlichkeiten aufspalten, um heute auf Unglaube, gar Ignoranz zu stoßen…. Doch der Unglaube, die Ignoranz der Öffentlichkeit nutzt nur den TäterInnen, die im verborgenen weiterhin Kinder quälen und spielt ihnen damit in die Hände. Wir, die Öffentlichkeit haben kein Recht, den Überlebenden ihre Glaubwürdigkeit abzusprechen, nur weil wir nicht in der Lage sind, derartigem Grauen ins Auge zu schauen. Wenn wir schweigen und verleugnen, helfen wir nur den Täterinnen!!!
(bisher noch nicht veröffentlicht)
Opfer rituellen Missbrauchs brechen ihr Schweigen
Quelle: Waz
Wenn Antje über die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit spricht, wirkt sie im Gegensatz zu ihrer Schwester Sandra ziemlich gefasst.
In ihrer Erinnerung wurde sie schon früh in satanische Zirkel eingeführt, wurde gequält, missbraucht und unter Todesdrohungen zum Schweigen verpflichtet. “Meine Mutter war die treibende Kraft”, stellt sie nüchtern fest, der 1979 verstorbene Vater nur “Mittler und Bote”.
Obwohl Sandra ihre Schwester seit 10 Jahren nicht gesehen und ihre Aussage vor der Kamera nicht abgesprochen hat, bestätigt sie Antjes Angaben in weiten Teilen. Das kann für die weiteren Ermittlungen auch in anderen Fällen von Satanismus von Bedeutung sein. Denn Sandra gilt nicht als multiple Persönlichkeit, was ihre Glaubwürdigkeit als Zeugin erhöht. Denn der Gang zur Polizei fällt vielen schwer, die zur Teilnahme an schwarzen Messen gezwungen und so auch zu Mittätern wurden.
Autorin Liz Wieskenstrauch blättert in ihrer sehenswerten Reportage noch weitere Fälle von rituellem Missbrauch in Deutschland auf, die als direkte Reaktion auf ihren Film “Höllenleben” aktenkundig wurden. Was sie an Material und Aussagen zusammenträgt, fügt sich auch in der Fortsetzung “Höllenleben – Der Kampf der Opfer” (23.00, ARD) zu einem erschütternden Porträt, zumal Wieskenstrauch auch die Arbeit der ermittelnden Behörden kritisch beleuchtet. Dennoch fällt erstaunlich schwer, den Aussagen von Betroffenen Glauben zu schenken, obwohl einiges darauf hindeutet, dass die Satanisten längst auch das Internet als lukrativen Geschäftszweig für Kinderpornografie nutzen.
Ritueller Babymord vor 20 Jahren-Staatsanwaltschaft findet keine Beweise
Rainer Braun
Quelle: Traumapädagogik
BZ am 02.07.2003
Oldenburg(lni). Eine Kindstötung vor mehr als 20 Jahren mit möglicherweise satanistischem Hintergrund beschäftigt seit rund eineinhalb Jahren die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Bisher hätten sich jedoch keine Beweise für einen Mord ergeben, teilte die Behörde gestern mit.
Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Anzeige von zwei Schwestern aus der Region Weser – Ems. Eine habe ausgesagt, man habe sie als Jugendliche gezwungen ihr Baby nach der Geburt zu töten und ihm das Herz herauszunehmen, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerhard Kayser. Die Tat habe sich angeblich im Umfeld schwarzer Messen in Norddeutschland abgespielt. Auch von rituellen Leichenschändungen sei die Rede gewesen. Eine eigens gebildete Ermittlungsgruppe der Polizei habe keine Beweise erbracht, die für eine Anklageerhebung ausreichten, teilte Kayser mit. Vor einer Entscheidung über die mögliche Einstellung des Verfahrens wolle die Behörde noch ein Gutachten auswerten. Die Angaben der Frauen decken sich nur teilweise, hieß es. Eine Bewertung sei zudem schwierig, weil die Kindesmutter unter einer “multiplen Persönlichkeit” leide und sich in “Scheinwelten” bewege. Die Mutter der Schwestern mache keine Angaben.
Ritueller Missbrauch in Deutschland
Die zweite Doku zum Thema zeigt weitere Opfer-und wie Behörden gegen perverse Sekten vorgehen.
Nach Erstausstrahlung der Doku “Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche” über die traumatisierte Nicki meldeten sich Frauen mit ähnlichem Schicksal. Auch sie wurden als Kinder bei schwarzen Messen missbraucht und gefoltert, oft von den eigenen Eltern erzwungen. Bei vielen spaltete sich die Persönlichkeit, um die erlittenen Qualen zu ertragen.
Dies aber trübt die Glaubwürdigkeit vor Gericht erschwert die Ermittlungsarbeit der Polizei. Mit deren aktuellem Stand endet dieser beklemmende Film.
Satanismus in OWL-Die Akten bleiben offen
Quelle: Lokalzeit OWL aktuell (WDR Bielefeld)
Beitrag vom 24.6.03 von Jenny Carstens
Vielleicht erinnern Sie sich: Vor gut anderthalb Jahren trat Nicki, eine 40jährige Frau aus Gütersloh, vor eine ARD-Kamera und sagte aus, sie sei als Kind von Satanisten missbraucht, gequält und gefoltert worden. In der Wewelsburg bei Büren im Kreis Paderborn habe sie sogar ihr eigenes Kind töten müssen. Das klingt unglaublich, aber die Staatsanwaltschaft hat die Akte bis heute noch nicht schließen können. Heute Abend strahlt die ARD um 23 Uhr eine Fortsetzung von Nickis Geschichte aus. Darin kommen auch weitere Frauen aus Ostwestfalen-Lippe zu Wort, die Nickis Berichte teilweise bestätigen. Hier eine Chronologie der Ereignisse und eine Zusammenfassung unserer Recherchen.
Nickis Film im Dezember 2001 hatte Folgen. Sie hat anderen Opfern Mut gemacht, sich mit ihren Erinnerungen an die Öffentlichkeit oder zur Polizei zu trauen. “Karin” zum Beispiel, die Angst hat, erkannt zu werden. Drei Monate nach Nickis Film erstattet auch sie Anzeige bei der Polizei in Gütersloh, berichtet von Folter und Missbrauch. Nach einem Besuch in der Wewelsburg ist sie sich sicher, hier eine Kindstötung erlebt zu haben.
Außer Nicki und Karin nennen noch zwei weitere Frauen die Wewelsburg bei Büren im Kreis Paderborn als Tatort. Bislang war sie als Kultstätte für Neonazis und heidnische Gruppen im Gespräch, jetzt wird nach und nach auch die okkultistische Bedeutung erforscht. So hat 1993 der amerikanische Satanistenführer Michael Aquino die Wewelsburg besucht und sich im Gästebuch verewigt – aus Datenschutzgründen dürfen wir den Eintrag nicht filmen. Auf der Homepage von Aquinos “Temple of Set” findet sich die Wewelsburg direkt auf der Startseite. Im Oktober vergangenen Jahres hat die Gruppe AveSatani unter falschem Namen an einer Wewelsburgführung teilgenommen. Die Burg ist also durchaus für Satanisten interessant. Was natürlich nicht heißt, dass in schwarzen Messen auf der Burg auch Kinder getötet wurden. Dafür haben die Ermittler bislang keine Beweise gefunden. Trotzdem sind die Akten noch nicht geschlossen.
O-Ton Staatsanwalt Ralf Vetter: “Man hat halt immer das Gefühl, es kann etwas dran sein, aber bislang haben wir kein Fleisch an die Sache gekriegt.”
Das Bundeskriminalamt hat im Herbst mit speziellen Verfahren geprüft, ob irgendwo in der Burg Blutspuren zu finden sind – Fehlanzeige. Die Ermittler haben auch das Schließsystem unter die Lupe genommen. Gerüchten zu Folge soll es ganz einfach sein, nachts in die Burg zu kommen. Wir haben uns das Schließsystem zeigen lassen. 1978 wurde eine neue Alarmanlage installiert. Alle Türen und Fenster sind seither mit Magnetschranken gesichert. Außerhalb der Öffnungszeiten wird jedes Auf- und Zumachen protokolliert. Die Protokolle wurden von den Ermittlern geprüft – ohne Ergebnis. Außerdem gibt es Bewegungsmelder in allen Räumen. Außer in den sogenannten Kulträumen. Ausgerechnet der “Marmorsaal” und die “Gruft” im Nordturm der Wewelsburg sind nicht an das große Alarmsystem angeschlossen. Hier reicht ein einziger Schlüssel. Der allerdings nach Aussage der Kreisverwaltung nur wenigen Mitarbeitern zugänglich ist. So bleiben aber doch immer wieder Fragen offen, und ein Ende der Ermittlungen ist nicht abzusehen.
O-Ton Staatsanwalt Ralf Vetter: “Wenn sie mich das vor einem Jahr gefragt hätten, hätte ich gesagt, in 3-4 Monaten haben wir die Ermittlungen abgeschlossen. Inzwischen mag ich aber keinen Zeitraum mehr angeben, wann wir damit fertig sind.”
Die Akte “Nicki” kann also auch nach zwei Jahren Ermittlungen noch nicht geschlossen werden.
Satans Opfer packen aus
Quelle: Weser Kurier, 24.06.2003
Die ARD packt ein heikles Thema an: Menschen, die für Satanskulte missbraucht werden, sind das Thema der Dokumentation “Höllenleben-Der Kampf der Opfer”, die heute um 23 Uhr ausgestrahlt wird. Die ARD hat die späte Sendezeit mit Bedacht gewählt: “Denn das ist kein Film für den normalen Dokumentations-Sendeplatz. Es gibt da Dinge, die ich etwa Kindern bestimmt nicht zugemutet sehen möchte”, sagt NDR-Kulturchef Thomas Schreiber.
Satanskult ist keineswegs so selten wie angenommen und auch kein Phänomen der vergangenen Jahre, meinte der im Film zu Wort kommende Beauftragte für Weltanschauungsfragen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Ingolf Christiansen. Zu religiöser Verblendung kommen ihm zufolge häufig auch rüde ökonomische Interessen: “Oft tarnen sich so kinderpornografische Gewaltkartelle”.
Für die Opfer dürfte die Motivation ihrer Peiniger gleichgültig sein: Sie wurden misshandelt, sexuell missbraucht und, wie eine Frau gestand, zum Mord am eigenen Kind gezwungen. Die Ermittlungen der Behörden laufen den angaben zufolge eher schleppend. “Die Beamten waren lieb und nett”, sagte Autorin Liz Wieskerstrauch zur Frage, wie weit ihr bei den über anderthalb Jahren langen Recherchen von der Polizei geholfen worden sei. “Sie schließen auch die Akten nicht, aber immer sind andere aktuelle Kriminalfälle wichtiger”. Man bleibe auf die Auskünfte der Opfer angewiesen, die selten Namen nennen können. Überwiegend seien es Frauen. Nur ein Mann habe sich gemeldet. Bei Männern sein wahrscheinlich die Schamgrenze noch höher, und sie hätten noch mehr Schwierigkeiten, über ihre Erfahrungen zu reden.
Satans-Ermittlung fortgeführt. ARD-Bericht über Betroffene löst weitere Reaktionen aus
Quelle: NW-News
von Ludger Osterkamp
Warburg/Paderborn. Seit anderthalb Jahren gehen die Strafbehörden den Hinweisen auf satanistische Verbrechen vor allem in den Räumen Gütersloh und Paderborn nach – doch konkrete Erkenntnisse liegen bislang nicht vor. “Wir haben noch keine greifbaren Anhaltspunkte für rituelle Verbrechen gefunden”, sagte Ralf Vetter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn, vorgestern gegenüber dieser Zeitung. Gleichwohl laufen die Ermittlungen aber weiter.
Am vergangenen Dienstag hatte die ARD den zweiten Teil der Filmdokumentation “Höllenleben” ausgestrahlt. Betroffene berichteten dort, wie sie während ihrer Kindheit und Jugend für Satanskulte missbraucht wurden. Im ersten Teil, Ende 2001 ausgestrahlt, hatten die Schilderungen einer 40-jährigen Gütersloherin Ermittlungen bei mehreren Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften ausgelöst. “Nicki”, so ihr Name, soll von einer Satans-Loge gefoltert, missbraucht und dazu gezwungen worden sein, zwei neugeborene Babys zu töten, darunter ihr eigenes. “Bestätigen können wir diese Aussagen bislang nicht”, sagte Staatsanwalt Vetter vorgestern gegenübert der Neuen Westfälischen. Jürgen Heinz, Hauptkommissar bei der Kripo Bielefeld, teilte mit, dass die Angehörigen von “Nicki” umfassend vernommen worden seien – ohne Ermittlungsansatz. “Wir haben keine Fakten und keine Belege – und damit wenig in der Hand.”
Heinz informierte, dass sich nach der Ausstrahlung des ersten Teils mehrere Frauen gemeldet hätten, die angaben, ebenfalls Opfer satanischer Praktiken geworden zu sein.
In dem ARD-Film am Dienstag kam eine “Katharina” aus Gütersloh zu Wort. Auch sie berichtete von Kindstötungen auf der Wewelsburg bei Büren sowie von rituellem Missbrauch einer Satanssekte in Gütersloh. Staatsanwalt Vetter: “Sie hat Anzeige erstattet und Anfang des Jahres ihre Aussage gemacht.” Das Protokoll fülle 50 bis 60 Seiten. Darin spricht “Katharina” auch von einem Geistlichen aus Gütersloh, einem Dekan oder Dechanten, der sich an den okkulten Praktiken beteiligt haben solle. “Wir sind bemüht, diesen Mann ausfindig zu machen”, sagte Hauptkommissar Heinz. Den Namen des Geistlichen habe sie nicht genannt, dafür aber zwei, drei andere Personen, die sie ebenfalls beschuldige. Außer der Aussage habe die Polizei aber keinen Anhaltspunkt.
Das Überprüfen der Aussage von “Karin”, einer weiteren Gütersloherin, war ergebnislos geblieben. Sie hatte berichtet, dass noch zur Jahreswende 2000/2001 auf der Wewelsburg Kinder geopfert worden seien.
Das Bundeskriminalamt hat laut Vetter daraufhin nach Blutspuren gesucht, aber keine gefunden. Auch sei einer der Räume, wo die Opferung stattgefunden haben soll, alarmgesichert gewesen. Vetter und sein Hamburger Kollege, der Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger, halten einige Aussagen des “Höllenleben”-Films für “überzogen”. So dürfe eine Bielefelder Pastorentochter, die in Hamburg Anzeige erstattete, die vermeintliche Tötung eines Küsters schildern, obwohl dieser laut amtlichen Krankenhaus-Dokumenten noch sechs Jahre länger gelebt habe. Vetter sagte, dass er bei manchen Aussagen von Frauen den Eindruck habe, dass sie vor allem therapeutisch wichtig seien, weniger strafrechtlich.
Dennoch, so Vetter, nehme man alle Schilderungen ernst und gehe ihnen nach. Auf der Hotline, die die Projektgruppe “Fragmente” des Gütersloher Vereins “Trotz Allem” in der Nacht zu Mittwoch und vorgestern tagsüber geschaltet hatte, hätten sich erneut mehrere Frauen gemeldet.
“Wir haben wieder viele Reaktionen bekommen, auch von Betroffenen”, sagte Manuela Schöning, Mitarbeiterin des Vereins.
Satanskult: “Ich habe mein Baby getötet” Ein Geständnis, das ganz Deutschland schockt
Von Jasper Juckel
25.06.03
Quelle: Express
Hamburg – Horror-Beichte im ARD-Spätprogramm. Antje B. (39) erzählte, wie sie ihr neugeborenes Kind bei einer schwarzen Messe opferte. Auch andere Frauen berichteten von grässlichen Ritualen. Zweifel bleiben trotzdem.
“Ich musste meinem Kind den Brustkorb öffnen, die weichen Rippen auseinanderbiegen und das Herz herausnehmen”. Zitat der Aussage von Antje B. Dienstag in der TV-Reportage “Höllenleben. Der Kampf der Opfer”.
Damals sei sie 14 Jahre alt gewesen, so Antje. Das Kinderherz sei verspeist worden. Auch andere Frauen enthüllten im Film von Liz Wieskerstrauch, wie die Satanisten-Sekte sie zu Unvorstellbarem zwang. Zum Sex mit Kindern auf Kirchenaltären. Zum Essen bestatteter Leichen.
Die Frauen bestätigen ihre Aussagen gegenseitig. Und sie zeigten sich selber an. Sandra R., die Schwester von Antje B.: “Wir wurden gleichzeitig zu Opfern und Tätern gemacht”. Damit sie nichts verraten.
Die schockierende Vorstellung eines Deutschland, in dem Satanisten ihr grässliches Unwesen treiben, kam bereits im Frühjahr 2001 auf. Damals wurde der erste Teil von “Hölleneben” gesendet. Dort berichtete die psychisch gestörte Nicki (41), wie sie in der ehemaligen SS-Ordenfeste Wewelsburg (bei Paderborn) vor teuflischen Kapuzenmännern mit 13 Jahren ihr Kind opfern musste.
“Danach haben sich viele Betroffene gemeldet, die die Aussagen bestätigt haben”, so Liz Wieskerstrauch.
Drei Staatsanwaltschaften ermitteln seit dem gegen die Selbstklägerinnen und gegen Unbekannte. mit mäßigem Erfolg. Heraus kam, dass Nicki von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht wurde. Der wurde dafür verurteilt.
“Weitere ihrer Angaben”, so der Paderborner Staatsanwalt Ralf Vetter, “sind unkonkret oder wurden durch die Ermittlungen widerlegt”. Auch wundert die Ermittler, dass die haarsträubenden Fälle fast 20 Jahre lang geheim geblieben sein sollen.
Für die SPD-Sektenexpertin und Ex-MdB Renate Rennebach ist es klar: “Die Opfer nimmt man oft nicht ernst. Dabei kann man jedes Wort glauben. In Deutschland gibt es Hunderte gefährliche Satanisten.”
TV-Schock in der ARD: Für Satan! Ich habe mein Kind getötet.
Es ist ein Geständnis das ganz Deutschland schockt: Antje T. hat gestern Abend im Fernsehen erklärt, sie sei von Satanisten gezwungen worden, ihr Kind umzubringen. Auch andere Frauen berichten von frauenhaften Ritualen, von Vergewaltigungen und Folter.
“Ich hatte nie Zweifel an den Personen”
Nürnberg: die Fernsehjournalistin Liz Wieskerstrauch (489 beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Satanismus und rituellem Missbrauch. Nach der Ausstrahlung von “Höllenleben 1″ meldeten sich neue Betroffene, die selbst Anzeige erstatteten.
MOPO: Hatten Sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit der erzählten Geschichten?
Wieskerstrauch: Ich hatte komischerweise nie Zweifel an den einzelnen Personen, die ich vor mir hatte. Aber trotzdem muss man Zweifel haben. Es gehört zu einer guten Recherche, sich im Kopf immer die Möglichkeit offen zu halten: Was ist, wenn es nicht das ist? Aber es gibt eine Sonderkommission, die sehr aktiv ermittelt, die sagt: So viele Zufälle gibt es nicht.
MOPO: Existieren denn Beweise?
Wieskerstrauch: In meinem Film gibt es zwei Schwestern, die sich zehn Jahre nicht gesehen haben. Sie erzählen getrennt voneinander dieselben Hintergründe, ähnliche Rituale, dieselben Täternamen und Strukturen. Daraufhin hat die Staatsanwaltschaft die Sonderkommission gegründet. Es gibt allerdings noch keine Festnahmen.
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Bielefeld: Die Schilderung klingt wie aus einem Horrorroman: “Ich musste mein Kind töten. Der Hohepriester führte mir die Hand mit dem Messer”. Mit gesenktem Kopf erzählt Antje B. vom Unaussprechlichen: “Ich mussten den Brustkorb öffnen, diese weichen Rippen auseinanderbiegen und das Herz herausnehmen”. Gestern Abend im Ersten verfolgen Deutschlands Fernsehzuschauer die Geständnisse von Antje B. und anderen Satanisten-Opfer. Und alle fragen sich: Kann das wahr sein?
Nach Ansicht von Liz Wieskerstrauch, die den Film “Höllenleben – Der Kampf der Opfer. Ritueller Missbrauch in Deutschland” machte, kann es das. Zwar gab es noch keine Festnahmen, “aber sehr viele Hinweise”. Zu viele, um, um die entsetzlichen Beschreibungen als Hirngespinste von psychisch kranken Menschen abtun zu können.
Denn psychisch krank sind viele Opfer von teuflischen Ritualen, die die TV-Journalistin aufgespürt hat: Als Folge der erlittenen Qualen spalteten sich manche in mehrere Identitäten, wurden zu multiplen Persönlichkeiten. So wie Nicki, deren Schicksal die Autorin schon vor zwei Jahren in einer Fernsehreportage darstellte. Nicki war jahrelang von satanistischen Zirkeln missbraucht worden. Die Ermittlungen verliefen im Sande. Doch nach der Sendung meldeten sich weitere Betroffene, auch Antje B., ebenfalls eine multiple Persönlichkeit.
Deren Aussagen wurden erst durch ihre jüngere Schwester Sandra R. glaubhaft. Ihre Eltern hatten die beiden als Kinder in eine satanistische Sekte gebrach. Obwohl sich die Frauen seit zehn Jahren nicht gesehen hatten, bestätige Sandra die Erzählungen. Männer und Frauen in Kutten sangen düstere Lieder, während Antje, damals 14, gezwungen wurde, das Baby umzubringen. “vom Herz des indes musste jeder Anwesende ein Stück essen”, berichtet sie. Auch was sie von Folterungen, sexuellem Missbrauch und Ritualen erzählt, deckt sich mit den Beschreibungen ihrer Schwester.
Beide haben Anzeige erstattet: gegen unbekannt, gegen ihre Eltern und gegen sich selbst. Auch Annette H. war in den Fängen von Satanistenanhängern. Sie wurde selbst gequält und musste anderen Schmerzen zufügen. Und sie musste mit ansehen, wie ihr kleiner Bruder bei einem Folter-Ritual zerstört wurde: “Er war hinterher nur noch ein seelenloser, wimmernder Körper”. Vor drei Jahren nahm er sich das Leben.
Sektenexperten wie Solveig Prass aus Leipzig schätzen, dass in Deutschland bis zu 1000 pädophile Satanisten ihr Unwesen treiben. Auf genaue Zahlen legt sich die Journalistin Wieskerstrauch nicht fest: “Aber ich glaube, dass es in jeder größeren Stadt mindestens fünf Therapeuten gibt, die Opfer solcher Kreise behandeln”.
Warum sind die Täter so schwer zu fassen? Die wenigsten Opfer trauen sich, mit ihren Erinnerungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn Aussteigen gilt als Verrat – und der wird brutal geahndet. Antje erinnert sich an einen, der ermordet und im Moor versenkt worden sein soll – zum ewigen Schweigen verdammt.
Unvorstellbare Qual
Quelle: Dewezet
“Höllenleben-Der Kampf der Opfer” (Di., ARD): Es war unglaublich und schier unerträglich, was die Opfer ritueller Gewalt in Liz Wieskerstrauchs zweiter Dokumentation zu diesem heiklen Thema preisgaben.
Schockierend vor allem: Die satanistisch verbrämten Verbrechen fanden und finden offenbar keineswegs nur in weiter Ferne statt, sondern auch ganz in unserer Nähe: in der Wewelsburg nahe Paderborn etwa, oder bei den Externsteinen. Und wo eigentlich bundesweit ermittelt werden müsste, um den sadistischen Verbrecher-Zirkeln das Handwerk zu legen, verlaufen die Spuren bisher stets im Sande. Denn den ob ihrer Qualen psychisch angeschlagenen Opfern glaubt man nicht.